Radio Testimonials

Juli 15, 2007

In den vergangenen Wochen ist mir aufgefallen, dass sich Radiospots zunehmend Testimonials bedienen, um ihre Message zu verbreiten. Dabei gibt es recht unterschiedliche Ansätze, die ich hier kurz anreißen möchte:

- der Prominente hat eine leicht zu erkennende, einprägsame Stimme und erzählt etwas, das zu dem Image passt, welches man sonst von ihm kennt. Diese Spots wirken relativ authentisch und können bisweilen auch unterhaltsam sein. Bsp.: Oliver Pocher für PickUp, Ottfried Fischer für das Möbelhaus Hiendl (wohl eher in Bayern bekannt).

- der Prominente wird von einer anderen Person mit Namen angesprochen und somit kurz vorgestellt. Dann lässt dieser seinen Senf ab. Hier wirkt das Statement oft zu aufgesetzt und abgelesen. Bsp: Michael Schumacher für irgendein Mineralwasser (man sieht, die Werbung hat gewirkt…)

- der Prominente stellt sich selber vor. Im extremen Fall, sagt er noch dazu, woher man ihn kennen sollte. Damit deklassiert sich die Person doch schon selbst als B- bis C-Promi und verliert gleich jede positive Eigenschaft eines Testimonials. Bsp: Hier ist Regina Halmich, die Boxerin… für Frico Frischkäse

- als letztes noch eine ganz andere, recht kreative (und vermeintlich günstigste) Variante: der Promi tritt überhaupt nicht auf und dennoch assoziiert der Hörer das Produkt mit der Person. Dies funktioniert aber vermutlich nur, wenn selbige Person aus anderen Werbemöglichkeiten für das Produkt bereits bekannt ist. Bsp: Warum macht Heidi Klum eigentlich nicht auch die Radio Werbung für McDonald’s?


Bildungsgefälle in Deutschland…

März 28, 2007

…oder liegt hier einfach nur eine ‘Unachtsamkeit’ der Werbemenschen vor?

Aktuell läuft im Radio eine Werbung der Erdinger Bauerei für die Alpentrophy 2007. Zum Ende wird dem Hörer der Besuch der aktionseigenen Website -www.erdinger-alpentrophy.de- nahegelegt. Jetzt gehört Trophy nicht unbedingt zu den meistgenutzten Wörtern der Deutschen, sodass schon ein gewisser Intellekt vorausgesetzt werden muss, damit der Rezipient auch wirklich die Seite im WWW findet.

Um diesem negativen Effekt von “fremden” Worten in deutscher Werbung entgegen zu wirken, organisierte der Mobilfunkanbieter Debitel bei der Einführung seiner Prepaidkarte ‘Light’, die u.a. verstärkt im Radio beworben wurde, nicht nur die Domain www.debitel-light.de, sondern unter anderem auch www.debitel-leit.de und -wie bezeichnend- www.debitel-leid.de (Anm.: leider sind diese beiden Domains nach der Verschmelzung mit blau.de nicht mehr aktiv).

Erdinger hingegen bietet “nur” die richtige Version an, obwohl sich auch hier schöne Varianten wie z.B. Troffi vorstellen ließen. Zeugt das nun von boarischer Überheblichkeit, zweifelt es die Ergebnisse von PISA und Co. an, oder wurde hierüber schlichtweg nicht nachgedacht??